Der letzte Keynote-Auftritt ist gerade drei Tage her und im Posteingang liegen schon vier neue Vortragsanfragen. Inzwischen kann ich mir vorstellen, dass Vortragsredner oder neudeutsch Keynote-Speaker für manche eine Vollzeittätigkeit geworden ist, obwohl die Vorträge dann immer den Eindruck erwecken, als würde einem nur ausnahmsweise einmal präsentiert, was der Vortragende in seinem Hauptberuf erforscht, bewegt oder durchdacht hat. Idealerweise besteht die Motivation für den Speaker darin, die wertvollen Erkenntnisse einem breiteren Publikum sichtbar zu machen, und nicht lediglich darin, die Zeit unterhaltsam zu vertreiben oder den Verkauf der Konferenztickets zu unterstützen. Gute Gelegenheit, um über Kriterien für die Annahme von Vortragsanfragen nachzudenken und mitzuteilen. Am liebsten sprechen wir über unsere Herzensthemen, etwa
- Die Notwendigkeit von wirksamer Regulierung auf sozialen Netzwerken und bei KI-Betreibern
- Die Abwehr von Angriffen gegen Demokratie und Rechtsstaat
- Die Transformation der Dienstleistungsgesellschaft durch künstliche Intelligenz und die Umsetzung von gesetzlicher Regulierung
- Die Einhaltung von Open Source Lizenzen im Automobilbereich und bei KI-basierter Software-Erstellung
Wenn man sich eine Zielgruppe aussuchen könnte, so sollten im Publikum die Menschen sitzen, die das Thema verstehen und auf die Appelle mit wirksamen Handlungen reagieren könnten. Die bloße Anwesenheit von Topmanagern ist noch kein Grund, das Büro gegen einen Tag auf Schiene und das Zuhause gegen ein Hotelbett zu tauschen.
Nur ausnahmsweise alleine
Wir haben in letzter Zeit damit angefangen, Vorträge, die über einen zehnminütigen Impuls [https://www.youtube.com/watch?v=xuTQSLIuoho] hinausgehen, immer zu zweit zu halten. Das ist aufwendiger bei Vorbereitung und beim Auftritt sowieso, erzeugt jedoch einen wesentlich höheren Nutzen. Der idealerweise spontane Wechsel zwischen Referenten macht den Vortrag lebhafter und gibt dem Zuhörer immer wieder die Gelegenheit, den Faden neu aufzunehmen. Mitreferenten bemerken sofort, wenn ein wichtiger Punkt beim Publikum nicht angekommen ist oder er es verdient, neu umschrieben zu werden. Gerade bei kontroversen Themen gibt das Zwiegespräch eine glaubwürdige Präsentation von ernstzunehmenden alternativen Positionen. Häufig ist auch bei uns ein Referent tiefer im Thema versiert, während vielleicht der andere mehr Bühnenerfahrung mitbringt. Beispiele hierfür sind die re:publica 2025 mit Dr. Jessica Flint und Chan-jo Jun oder der Liquid Legal Summit Düsseldorf mit Dr. Sophie Garling und Chan-jo Jun. [https://www.youtube.com/watch?v=aKgNu2gPXiw; https://www.youtube.com/watch?v=0if4sfmJVVQ]
Ihre Vortragsanfrage
Wenn Sie uns für einen Vortrag, Panel oder Workshop anfragen, wäre es hilfreich, wenn Sie uns zu verstehen geben, ob der erwartete Nutzen für Ihre Veranstaltung in besonderer inhaltlicher Tiefe, emotionaler Ansprache oder der Werbung mit dem Namen eines Referenten liegen soll. Dadurch lässt sich auch abschätzen, ob ein Thema spezifisch für die Veranstaltung aufbereitet oder ein Thema aus dem Standardrepertoire mitgebracht werden soll. Bitte teilen Sie uns möglichst schon mit der Anfrage mit, ob Ihr Budget für Honorar und Reisekosten von vorneherein beschränkt ist. Dies muss kein Ausschlussgrund dafür sein, dass wir eine Teilnahme in Betracht ziehen. Die vereinbarten Honorarsätze variieren von pro bono bis 10.000,00 EUR für einen Vortragstag bei einer rein kommerziellen internen Werbeveranstaltung.